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Aug.´16

Geschosswohnungsbau nimmt zu, Selbstnutzer haben Nachsehen

Die Analyse der Baugenehmigungszahlen zeigt, dass die Bautätigkeit im Bereich der Geschosswohnungen seit 2010 um 106 Prozent gestiegen ist, während der Eigenheimbau zurückbleibt. Der Anteil der selbstgenutzten Objekte legte lediglich um 31 Prozent zu. Zu

Quantitativ ist Deutschland beim Neubau nach Experteneinschätzungen auf dem richtigen Weg. Die Bautätigkeit steigt bedingt durch das niedrige Zinsniveau und die fehlenden Anlagealternativen: Insgesamt belief sich die Zahl der genehmigten Wohnungen einschließlich der neu geschaffenen Wohnungen in bestehenden Gebäuden sowie in sogenannten Nicht-Wohngebäuden auf 30.900. Anlass zur Sorge gebe nach Ansicht der Immobilienexperten von LBS Research allerdings die immer deutlicher werdende Verschiebung der Bautätigkeit hin zu einem von Mietwohnungen geprägten Geschosswohnungsbau. So entstehen laut LBS Research im Geschosswohnungsbau derzeit zu 80 Prozent Mietwohnungen und nur zu 20 Prozent Wohnungen für Selbstnutzer. Damit wird vor allem der Bestand an Mietwohnungen ausgedehnt, während Selbstnutzer das Nachsehen haben.

Wohnungseigentumsquote in Deutschland niedrig

Dies führe dazu, dass der Anteil er Haushalte, die in den eigenen vier Wänden wohnen, im Vergleich zu anderen Ländern niedrig bleibt – Die Bundesrepublik bildet zusammen mit der Schweiz das Schlusslicht in Europa.

Nationale und internationale Kapitalanleger treiben Preise nach oben

Hauptgrund für die stagnierende Wohnungseigentumsquote in Deutschland ist das Engagement der Kapitalanleger im Nullzinsumfeld, das zu stark gestiegenen Preisen bei den Eigentumswohnungen geführt hat. Trotz der günstigen Finanzierungsbedingungen können sich Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen diese Wohnungen insbesondere im städtischen Umfeld nicht mehr leisten. Entweder müssen sie auf teure Mietwohnungen ausweichen, vorausgesetzt sie möchten in der Stadt wohnen bleiben, oder sie werden ins Umland getrieben. Die Selbstnutzer sollten deshalb wieder in den Fokus gerückt werden, so das Fazit der Immobilienexperten von LBS Research. Im ersten Schritt eine Aufgabe, die den Kommunen zufällt, wenn sie Bauflächen zuweisen oder neue Quartiere schaffen. Im zweiten Schritt seien auch Bund und Länder gefordert, die Wohneigentumsbildung für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch eine gezielte Selbstnutzerförderung zu verbessern, sollten Kommunen die Entwicklung der Immobilienpreise nicht bremsen können.

(Quelle: LBS Research vom 18.08.2016)

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