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Oct.´15

Sieg für die Bankenlobby

Bankkunden mit Immobilienkrediten konnten in den vergangenen Jahren von einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung profitieren. Die Bundesregierung will nun die Banken vor kostspieligen Widerrufen schützen - zulasten vieler privater Kreditnehmer.

Für Kreditnehmer ergab sich in den letzten beiden Jahren aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrungen in unzähligen Immobilien-kreditverträgen der Jahre 2002 bis 2010 eine einzigartige Chance: Sie konnten den alten Kreditvertrag widerrufen und, weil die Kreditzinsen derzeit viel niedriger sind als damals, einen neuen, deutlich günstigeren Kreditvertrag abschließen. Für die Banken ist das eine Katastrophe. Sie werden bis zum heutigen Tag überschwemmt mit Widerrufen. Manchmal einigen sich die Streitparteien gütlich, manchmal lassen es die Institute auf einen Rechtsstreit ankommen.

Das soll sich nun ändern. Die Bundesregierung gibt dem Druck der Bankenlobby nach. Das Widerrufsrecht für private Immobilienkreditnehmer soll ab März 2016 automatisch nach zwölf Monaten enden. Das soll auch rückwirkend für die Jahre 2002 bis 2010 gelten, selbst wenn der Verbraucher noch gar nicht weiß, dass seine Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist. Für Betroffene bedeutet das: Man muss sich beeilen.

Die Bundesregierung möchte den Banken mehr Rechtssicherheit geben. Da es bisher keine zeitliche Höchstgrenze gibt, könnten Verbraucher theoretisch noch in 20 Jahren ihren alten Kredit widerrufen. Diese Unsicherheit möchte man den Kreditinstituten nicht zumuten.

Kreditnehmer müssen sich also sputen, sollten jedoch die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen.

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